8. Verkehr

Mittwoch, 29. März 2006

8. Verkehr

Nahverkehr:

Generell lässt sich sagen, dass sich die Planung des gesamten Verkehrsnetzes sehr eng, sowohl zeitlich als auch inhaltlich, an die Planung des Londoner Systems anlehnte. Mit einer Ausnahme allerdings: In Mumbai fehlt eine U-Bahn.

Straßennetz:
Wie in den meisten indischen Städten so ist auch das Straßenerkehrsnetz von Mumbai hoffnungslos überlastet. Zumeist ist ein Vörwärtskommen mit dem Auto nur im Schritttempo möglich, weswegen viele auf Fahrräder und Mopeds ausweichen. Vor allem letztere tragen dazu bei, dass die Luftverschmutzung in Mumbai ein allgegenwärtiges Problem darstellt.
Das Straßennetz umfasst zur Zeit knapp 1900km, wovon 506km dem Stadtkern, 915 den westlichen und 468km den östlichen Vororten zugerechnet werden können. Im Moment wird vor allem an einem Ausbau so genannter „Fly-over“ Brücken gearbeitet die zu einer Entspannung der Situation beitragen sollen. Im Augenblick beläuft sich die Zahl der Fahrzeuge in Mumbai auf 1.165.782 Fahrzeuge. Dies entspricht einer Veränderung zum Vorjahr von +5,8%. Wobei man hier anmerken muss, dass die Steigerung vor allem in den westlichen und östlichen Vororten erzielt wird, nicht im Stadtkern.

Bus- und Bahnnetz:
Als alternative zum Straßenverkehr bietet sich das breite Bus- und Bahnnetz an. Im Gegensatz zu Österreich liegt dieses allerdings nicht in öffentlicher Hand, sondern wird von vielen verschiedenen privaten Betreibern angeboten. Dies wirft zwei schwerwiegende Probleme auf. Erstens ist der Fahrplan, vor allem für Touristen, nur sehr schwer zu durchschauen und zweitens dauert es oft sehr lange bis wichtige Änderungen vorgenommen werden, da man eine Einigung unter vielen privaten Anbietern erzielen muss. Vor allem im Hinblick auf die Problematik der Luftverschmutzung lässt sich nur sehr schwer ein Konsens erreichen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Plan eine übergeordnete Stelle zu errichten, die dann für alle verbindliche Entscheidungen im Hinblick auf den Verkehr treffen kann. Doch bislang scheiterten alle Versuche eine solche Stelle zu etablieren.

Bereits 1874 wurde in Mumbai ein Straßenbahnnetz gegründet. Anfangs noch von Pferden gezogen, wurde diese ab 1907 mit Elektrizität betrieben. Damals wie heute war an sämtlichen Entwicklungen die BEST (The Brihanmumbai Electric Supply & Transport Undertaking) beteiligt, welche mit über 3000 Bussen und über 5 Millionen Passagieren täglich die größte der privaten Firmen darstellt.

Am 15.7.1926 wurde dann der motorisierte Omnibusverkehr aufgenommen, der sich allerdings gegen die wesentlich billigere Straßenbahn nur allmählich durchsetzen konnte.

Das Bahnnetz wurde erstmals am 5.1.1928 in Betrieb genommen und verbindet die Vororte von Mumbai mit dem Stadtkern. Vor allem aus dem Norden pendeln täglich Millionen Menschen zur Arbeit, was völlig überfüllte Waggons der Züge zur Folge hat. Trotzdem erfreut sich die S-Bahn sehr großer Beliebtheit, da man sein Ziel um ein Vielfaches rascher erreicht als auf der Straße.

1962 wurden kleinere Busse, die auch Straßen befahren konnten, welche für normale Busse nicht erreichbar waren unter der Bezeichnung „trolley buses“ eingeführt.

Zwei Jahre darauf (1964) wurden die Straßenbahnen abgeschafft um dem Straßen- und Busverkehr mehr Platz zu verschaffen, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Straßenbahn um 50% mehr Passagiere beförderte als die Busse und zudem sowohl energiesparsamer und umweltfreundlicher, als auch leichter zu warten war.
Dies war/ist in Indien eine übliche Methode – so ist in ganz Indien Kolkata die einzige Stadt die noch ein Straßenbahnnetz betreibt, welches aber mit 68km Länge nur relativ gering ausgeprägt ist.

1971 schließlich wurden auch die „trolley buses“ wieder verboten, womit neben dem Bussystem nur mehr die S-Bahn als Alternative zum herkömmlichen Straßenverkehr geblieben ist (siehe Grafik).

Bus- und Bahnverbindungen in Mumbai:
Bus-und-Bahnnetz-Mumbai

Die privilegierte Stellung der BEST hat sich vor allem vor zwei Jahren verdeutlicht, als sie auf einer der meist befahrendsten Strecken eine exklusive Spur für ihre Busse erhielten.

Nicht unerwähnt zum Thema Verkehr sollten auch die Rikschas bleiben, welche zum alltäglichen Stadtbild von Mumbai dazugehören. Sie stellen für sehr viele Menschen die einzige Möglichkeit dar ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
In der Innenstadt allerdings ist ihnen die Zufahrt nicht gestattet, doch in den Außenbezirken werden sie nicht nur von Touristen gerne genutzt um rasch ans Ziel zu gelangen.
Zudem gibt es einige Bezirke in denen Rikschas verboten sind und nur, wesentlich teuere, Taxis verkehren, was sich positiv auf das Bild dieser Bezirke auswirken soll.
Auf die starke Schadstoffbelastung die von Rikschas ausgeht wurde in anderen Städten Indiens bereits reagiert, so dürfen zum Beispiel in Delhi seit 1998 nur mehr mit Erdgas oder mit Flüssiggas betriebene Rikschas verkehren, was sich merklich auf die Luftqualität der Stadt ausgewirkt hat. Eine solche Maßnahme ist aber bislang in Mumbai noch nicht ergriffen worden.


Fernverkehr:

Da Mumbai den bedeutsamsten wirtschaftlichen Standort der Region darstellt, laufen dort auch sämtliche Verkehrsmittel zusammen (überregionale Autobahnen und Buslinien, Eisenbahn- und Flugverbindungen, sowie zwei Häfen).

Flugverkehr:
1920 wurde der erste Flughafen Indiens in Mumbai gegründet. Heute bedeutsamer ist jedoch der Chhatrapati Shivaji International Airport, welcher 1971 seinen Betreib aufnahm. Er ist nicht nur der bedeutendste Indiens, sondern des gesamten südasiatischen Raumes. Jährlich werden in etwa 11 Millionen Passagiere und 326.000 t Fracht befördert.

Eisenbahnverkehr:
Zwei Hauptlinien Indiens laufen in Mumbai zusammen. Die „Western Railway“ ist die wichtigste Verbindung nach Nord- und Westindien, die „Central Railway“ stellt die wichtigste Verbindung in den Süden, den Osten und nach Zentralindien dar.

Schiffsverkehr:
Zu Mumbai zugehörig sind zwei bedeutende Häfen. Der Jawaharlal Nehru Port und der, circa 20 Schiffsminuten entfernte, Containerterminal Nhava Sheva Port (NSICT), welcher auch den größten Hafen Indiens darstellt.
Ersterer nimmt mit 32,94 Millionen Tonnen Güterumschlag im vergangenen Jahr die siebente Stelle der umschlagkräftigsten Seehäfen Indiens ein. Das Containerterminal mit 35,12 Millionen Tonnen sogar den fünften. Rechnet man beide Häfen zusammen so ist Mumbai der Hauptumschlagplatz Indiens. für den Seeweg.

Das Festland , sowie auch dazwischen liegende Inseln, werden vom Hafen von Mumbai in regelmäßigen Abstanden durch Fährschiffe angelaufen.

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